Donnerstag, 5. November 2009

Karelische Piroggen - Karjalanpiirakat

Mir ging es gar nicht gut in den letzten Wochen, meine Erkältung läßt mich nicht so richtig los. Ich hatte eine Weile nicht mal Appetit auf etwas. Vor ein paar Tagen bin ich auf die Idee gekommen, Omas Piroggen zu backen. Meine Familie stammt aus Karelien. Die Vorstellung, eine ofenfrische karelische Pirogge zu essen, wurde so stark, dass ich selbst welche backen musste. Obwohl ich schon über 20 Jahre in Thüringen bin, habe ich sie nicht oft hier gemacht, obwohl die Zutaten alles Andere als exotisch sind.

Omas Rezept (alles ca.-Angaben, sie macht es nach Gefühl). Ergibt ca. 2 Backbleche.
Mehr Rezepte - auch auf deutsch - findest du, wenn du "Karjalanpiirakat" in google eingibst.
Teig
1 Tasse Wasser
2 Tassen Roggen-Weizenmehl-Gemisch (ca. 1:1, etwas mehr Roggen nehmen)
Salz
Öl

Reisfüllung
1 Tasse Milchreis
1 Liter Milch
Salz
evtl. 1 Ei und etwas Butter

Zuerst Milchreis kochen. Mit Salz abschmecken und in den etwas abgekühlten Brei ein Ei einrühren. Aus dem Teig ca. Walnussgroße Stücke schneiden. Der Teig wird zu hauchdünnen runden Hüllen ausgerollt. Darauf kommt ein Löffel Milchreis. Das Falten der Pirogge ist eine Kunst für sich, für ungeübte eine Herausforderung... Videos, wie Profis den Teig ausrollen und schliessen, gibt es hier; bitte nach ganz unten zu den 4 Links scrollen und die mitteleren 2 Links anklicken. Geht wie Brezelbacken, ähm. ich meine wie Piroggenbacken :-) Eine Möglichkeit wäre den Teig durch die Pastamaschine zu lassen, aber für diese keine Menge fand ich Teigrolle besser.
Die Backzeit beträgt ca. 10 min bei 300°C. Wenn die Füllung sich leicht anbräunt, sind sie richtig. Die fertigen Piroggen werden mit einer Mischung aus zerlassener Butter und Milch bepinselt.In eine Schüssel stapeln und unter einem Backhandtuch ziehen und abkühlen lassen.

Übelst lecker, meinte meine Tochter und wollte wissen, wann es wieder welche gibt. Sie kennt die Piroggen von unseren Finnlandreisen. Diesmal warten wir nicht so lange, schließlich will ich auch diese Tradition weitergeben. In meiner Kindheit gab es Piroggen zu allen Festen und bei der Oma auch oft zwischendurch. Statt Butter kann man Eierbutter aus Butter und zerhackten hartgekochten Eier servieren. Mit Salz abschmecken.
Und - vielleicht liegt es wirklich an den Piroggen, mir geht es allmählich besser.

1 Kommentar:

Ankes Garten hat gesagt…

Schön, dass es Dir wieder besser geht! Und das Rezept liest sich superlecker - vielleicht probiere ich es auch mal :)
Viele liebe Grüße
Anke