Mittwoch, 21. April 2010

Inspiration & Kartenzwerge


Letzte Woche war ich zur Lesung von Wladimir Kaminer . Ich habe Tränen gelacht. Ja, ich bin ein Fan von ihm schon lange und habe viele seiner Bücher gelesen. Noch mehr Spaß macht es, wenn man ihm live zuhört. Er ist gewissermaßen ein Vorbild für mich, erfolgreich trotz Akzent - oder gerade deswegen?
Ich fühlte mich durch das Buch "Mein deutsches Dschungelbuch" inspiriert. Auf dem Deckblatt ist ein Gartenzwerg abgebildet. Da ich mich zum atc-Monatstausch April angemeldet habe, wollte ich entfärbte Gartenzwerge machen, pardon Kartenzwerge. Aber die Zwerge wollten nicht so wie ich wollte. Vielleicht ist es auch gut so, könnte ja sein, dass meine Tauschpartnerinnen sie kitschig-spießig gefunden hätten. Oder gar nicht erst als Zwerge erkannt? Ich habe natürlich einen Plan B und plane jetzt frühlingshafte Karten, die gänzlich ohne Zwerge auskommen. Falls sie etwas werden, zeige ich sie nachher.

Wenn ich das Dschungelbuch und das neu erworbene "Ich bin kein Berliner" zu Ende gelesen habe, werde ich mich mit " Mein Leben im Schrebergarten" auseinandersetzen müssen.
Ich habe noch nicht endgültig mit den Gartenzwergen abgeschlossen.

Dienstag, 13. April 2010

Ein Wochenende in Prag - PPM 2010

Quilts vom Boden bis zur Decke, PPM Prag 2010

Prag ist immer wieder einen Besuch wert und wenn dort gerade ein Patchworktreffen statt findet, umso mehr. Schließlich ist es für mich nicht wesentlich weiter als Berlin, also warum nicht?
Trotz trübem Wetter war die Stadt richtig bunt. Auf dem Altstädter Ring gab es noch den Osternmarkt mit vielen bunten Eiern und tschechischen Spezialitäten.
Auf Prague Patchwork Meeting gab es viele sehenswerte Ausstellungen, besonders hatte ich mich auf die Quilts von Jacqueline Heinz und Eszter Bornemitza gefreut.
Auch Gudrun Heinz war mit ihrer neuen Ausstellung "Textile News" vor Ort. Sie schreibt mehr über das Prager Parchworktreffen 2010 hier.

Die nationale Ausstellung war bunt gemischt mit vielen tollen Werken. Mir haben u.a. diese Quilts sehr gut gefallen:
Herrlich farbenfroh Renata Jurackova, Pygmalion

Ein frei geschnittener ausdrucksstarker Log Cabin: Romana Cerna, Teplo v krbu

Helena Propokova, Cesty a cesticki veku

Eingekauft habe ich wenig, aber umso gezielter. Ich habe genau die Quiltnadeln bekommen, die ich haben wollte. Dazu noch einen Reststück Stoff. Unbedingt wollte ich etwas finden, was ich noch nicht kannte oder was es in Deutschalnd nicht gibt. Auch diese Wünsche wurden erfüllt. Ich bin glücklicher Besitzer von 2 teuren tsechischen Schmuckknöpfen aus Glas und 6 günstigen Fischhäuten. Die Fischhäute sind hauchdünn und fassen sich wie feines Leder an. Ich bin begeistert, ich kann sie bestimmt z.B. bei ATC einsetzen.Könnte der Spruch "Strahlen wie ein Honigkuchenpferd" etwas mit dem Geschmack des böhmischen Honigkuchens zu tun haben? Eine Stofftorte gab es auch. Wäre wohl die kalorienbewußtere Wahl gewesen.Nächstes Jahr wieder? Nashledanou Praha. Termin PPM 2011 1.-3.4.2011

Donnerstag, 8. April 2010

Grünes Licht für UFOs


Nachdem ich meine UFOs farblich sortiert habe (nee, so viele sind es auch wieder nicht) habe ich mich mit den Grünen beschäftigt.
Dieses Täschchen aus handgefärbter Baumwolle war schon eine Weile zugeschnitten, ich habe es maschinengequiltet, entfärbt und genäht. Die Näh-Anleitung gab es in dem finnischen Gildeheft Tilkkulehti 4/2009.

Als nächstes wird dieses grüne UFO fertig gestellt, angefangen im Kurs von Andrea Zimmer vermutlich November 2007 - Elke bezeichnete ihre Kursarbeit schon im Sommer 2008 als UFO. Ich hänge also richtig hinterher.

Work in Process

Von Riitta bekam ich zu Ostern ein Überraschungspäkchen. Dieses wunderschöne Buch mit ausschließlich grünen Bildern war drin. Eine Quelle der Inspiration für mich.

Mittwoch, 7. April 2010

Ein UFO weniger

Heute habe ich einen angefangenen Läufer fertig gestellt. Die Blöcke habe ich in Margot's Streifentechnik-Kurs an den Kreativtag der Museumsquilter im Januar 2009 genäht. Jetzt habe ich sie wieder gefunden. Das Ergebnis ist etwas unruhig - aber Hauptsache fertig.
Vielleicht kann ich ihn auf die Flurkommode legen. Oder auf den Gartentisch?
Das nächste UFO wartet schon.

Montag, 5. April 2010

Aufräumen, Gedankenstoff und UFOs

Ich musste wieder dringend meine Stoffvorräte aufräumen. Ich mach es nicht gern, ich schöpfe gern aus dem Vollen und bilde farblich sortierte Haufen, in denen die Stoffe und weitere Zutaten zusammen passen. Aber wenn ich diese Haufen überall verteilt habe, wo etwas freier Platz ist, ist irgendwann der Punkt erreicht dass rien ne va plus. Das schlimme ist, dass beim Aufräumen werde ich durch fast alles inspiriert, was ich finde. Egal ob ein Stofffitzelchen, ein Garnrest, alles beginnt mir eine Geschichte zu erzählen, was es mal werden möchte. Ich habe versucht vorzustellen, wie es wäre, wenn ich einfach emotionslos Ordnung schaffen könnte, mit einem kühlen Kopf sortieren und aussortieren.

Bei mir ist diese Funktion nicht eingebaut. So sehr wie ich versuche, vernünftig zu sein und durchzuziehen, flüstern mir die Stoffstückchen ihre spannenden Geschichten ins Ohr und verführen mich. Die Folge ist zwangsläufig eine Reizüberflutung. Mein Kopf ist voller Ideen und droht zu platzen. Und wenn ich einmal so viel Platz freigeschaufelt habe, dass ich dort ein kleines Projekt nähen kann, mache ich das, und komme nicht mit dem Aufräumen weiter. Das macht mich dann wieder unzufrieden und letzendlich unkreativ. Ein Teufelskreis. So lange ich kein Personal mir leisten kann, muss ich wohl damit leben?


Ich sammele Stoffe seit dem ich 13 bin, also seit den 70'ern. Wenn ich einen Stoff sehe, der mich anspricht, weiß ich sofort, was er werden könnte oder zu welchen Stoffen in meinen Vorräten er passen könnte. Im Kopf schiessen neue Ideen hin und her - nur ich komme nicht nach und schaffe es niemals, all das zu nähen. Ich habe nur ein Leben. Und auch wenn es mehrere sein sollten, habe ich noch von niemandem gehört, der seine Stoffvorräte ins Jenseits rüberretten konnte.


UFOs habe ich auch gefunden. Vor allem weiß ich nicht mehr, was ich alles mal angefangen habe und was für Teile es werden sollten. Ich habe die Existenz mancher Projekte einfach komplett verdrängt. Das kann ich widerum gut, merke ich. Ein Topflappen (Baubeginn Mai 2009) habe ich gerade erfolgreich zusammengesetzt. Das ist doch ein Anfang.
Vielleicht bin ich doch noch zu retten? Bin aber beim Aufräumen noch gar nicht bis zu meinem Grandmother's Flower Garden vorgedrungen, um den aktuellen Stand zu checken. Für den brauche ich sicher noch weitere 5 Jahre. Dieser Quilt ist kein UFO, er ist ein Lebenswerk.