Sonntag, 27. Februar 2011

Winterquilt (fast) fertig oder Erinnerungen an Oma

Dieser Winter scheint mir wie eine Einbahnstraße.

Der neue Kuschelquilt ist fertig. Oder er ist noch gar keiner, er muss ja noch gequiltet werden. Ich möchte mit der Maschine quilten, bin aber noch nicht ganz sicher wie.
Übrigens habe ich an dem Originalentwurf nichts mehr geändert, die Decke gefällt mir so wie er ist. Und wenn er größer geworden wäre, hätte der Rückseitenstoff nicht mehr gereicht. Einen Rand wollte ich sowieso nicht, ich habe mit einem Schrägstreifen eingefasst.


Mit der Farbgebung verbinde ich Kindheitserinnerungen. Ich war oft bei meiner Oma zu Besuch und wenn ich dort nicht Knöpfe sortiert habe oder sie am Webstuhl beobachtete, habe ich gemalt. Die Oma hatte aber nicht so tolle Malstifte und ich habe meistens mit einem Blau-Rot-Stift auf einem karierten Papier gekritzelt. Der Quilt wiedergibt die Farbgebung dieser Zeichnungen. Zwei von den Stoffen erinnern mich an das Vogelfutterhaus, das an Omas Küchenfensterbrett befestigt war, die Seitenteile waren aus Lochblech. Ich habe am Küchentisch gemalt und die Meisen beobachtet. Die Küchenstühle waren rot und die Küchenmöbel helltürkis... Jetzt weiß ich, warum ich mich so sehr nach
genau dieser Farbwelt gesehnt habe. Meine Oma wird übermorgen 94. Die roten Stühle hat sie noch.

Hier noch mal die komplette Decke - das Licht ist mies. Es schneit schon wieder.

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Dienstag, 22. Februar 2011

Gedankenstoff - Überangebot und Entdecken

Gestern hatte ich überraschend ein paar Stunden Freizeit in der Nähe eines großen renommierten Stoffgeschäftes in Leipzig. Ich wollte schon immer den Laden aufsuchen. Aus dem Internet wusste ich, dass montags geschlossen ist, dachte aber, ich schaue trotzdem vorbei –vielleicht ist doch jemand da. Die netten Verkäuferinnen haben Ware eingeräumt und mich rein gelassen.

Zuerst war ich überwältigt. Die Räume waren hell, übersichtlich, ordentlich, überall hochwertige, moderne Stoffe vom Feinsten. Zubehör, Bändchen, alles was das Nähherz begehrt. Also wunderschön.

Aber dann habe ich ein ganz komisches Gefühl gehabt. Ich stand vor den Traumstoffen und konnte nichts kaufen. Eine totale Reizüberflutung – eine Art Intershop-Koller (die betroffenen wissen, was ich meine ;-) ). Es gab nur schöne Stoffe mit den neuesten Motiven. Es war einfach alles zu schön um wahr zu sein. Keinen Wühltisch oder keine Restekiste, wo man hätte etwas für sich entdecken können. Man hätte egal welchen Ballen nehmen können und etwas Schönes draus machen. Es wäre immer perfekt. Mit einer Anleitung könnte das jeder. Wo bleibt dann der kreative Eigenanteil?

Ich habe festgestellt, für mich ist Kunst, etwas Schönes aus nichts oder wenig zu machen. Wahrscheinlich hat mich die DDR deshalb so fasziniert, als ich Ende 80’er nach Osten Deutschlands für immer kam. Ich meine nicht, dass ich den Staat wirklich vermisse, aber die Glücksgefühle, die man nicht mehr hat, weil es heute einfach alles (zu kaufen) gibt.

Mich hat der schöne Laden also total entfremdet. Ich habe nur ein Dirndl-Schnittheft gekauft und bin mit gemischten Gefühlen raus gegangen. Umso glücklicher war ich heute beim Second Hand mit meinen Entdeckungen: 1 Dirndl zum recyclen, 3 unbenutzte Leinenhandtücher, davon 2 mit handgestickten Aussteuer-Monogrammen, 1 weißer Jacquard-Bettbezug zum Färben, 1 nie benutzter Retro-Kissenbezug - alles zusammen für 15 Euro. Ich bin und bleibe der Wühltyp, ich will meine Schätze entdecken.

Eines möchte ich noch zum Schluss klarstellen, ich habe nichts gegen den schönen Stoffladen – ich habe nur gemerkt, ich bin die falsche Zielgruppe. Das Problem liegt ganz allein auf meiner Seite. Aber sollte ich irgendwann etwas an Quiltzubehör brauchen, werde ich den Laden bestimmt wieder aufsuchen.

In meinem eigenen Fundus habe ich heute einen blass-rötlich gefärbten Stoff als Rückseite für den neuen Quilt gefunden, der cm-genau die richtige Größe hat. Ich werde das lange gehütete Baumwollvlies doch nicht nehmen, sondern Reste verarbeiten, sie reichen gerade für meinen Quilt, das Baumwollvlies müsste ich kleiner schneiden und hätte davon dann wieder einen kleinen Rest übrig.

Sonntag, 20. Februar 2011

Zwischenstand

Diesen Quilt hatte ich im Kopf schon fertig, ich brauchte mich nur hinzusetzen und zu nähen. Oder nicht ganz - untypisch für mich - habe ich heute zuerst eine Skizze gezeichnet und mich beim Nähen (fast) dran gehalten.
Zugeschnitten war schnell. Bella durfte nähen, weil die nostalgischen Stoffe sie besonders inspiriert haben.

Und das Ergebnis? Es muss noch reifen, bin aber bisher zufrieden. Eine Idee hätte ich noch, aber muss eine Nacht drüber schlafen. Vielleicht zerschneide ich den Entwurf morgen?Bärbel wäre es egal.

Lavendeloskop


Der Lavendel-Kaleidoskop ist fertig! Und ich habe sogar etwas Tageslicht für diese Fotos erwischt. Einen Kaleidoskop-Quilt zu nähen macht Spaß, es sieht viel komplizierter aus als es ist. Der Ursprungsstoff ist fast nicht mehr wiederzuerkennen. Der äußerste Randstoff ist selbstgefärbt, wie auch die Rückseite (Brauntöne).

Jetzt darf ich endlich aus den neuen Stoffen etwas machen...

Samstag, 19. Februar 2011

Der Nähfuß juckt

Obwohl es mir sicher nicht an kreativen Ideen mangelt, habe ich das Wohnzimmer stiefmütterlich behandelt. Abgesehen davon, dass es nach der langen Kaminheizzeit gemalert werden müßte, hat es mir auch sonst nicht mehr gefallen. Als erste Hilfe habe ich der vergangenen Woche jede Menge Kissen aus gestreiften Ikea-Stoffen genäht.

Schon eine Weile träume ich von einem neuen Kuschelquilt. Der bunte Katzenquilt (mein erster großer überhaupt) Bj. 2001 geht langsam kaputt. Ich brauche etwas, was zu den Kissen passt. Schon länger habe ich die Kombination von helltürkis und rot im Kopf. Die passenden Stoffe habe ich bei Volksfaden gefunden. Ich finde die Aufmachung des Shops total cool, das Angebot ansprechend. Die Stöffchen waren auch schnell da.

Um die Stoffauswahl etwas zu erweitern, will ich sie mit selbstgefärbten Stoffen ergänzen. Passend zu den Bonnie & Camille-Stoffen habe ich mit EMO flüssige Textilfarbe gefärbt. Um diese weiche aquarellige Farbgebung zu erreichen habe ich die Farbe unterdosiert und ausnahmeweise in der Mikrowelle fixiert. Die Farbtöne wurden genau so verschwommen wie ich sie haben wollte.

Genäht werden darf erst, wenn der Lavendelpanelquilt fertig gestellt ist. Jedenfalls will ich ein möglichst einfaches, frisches Muster, damit der Quilt nicht zu unruhig wird. Wahrscheinlich werde ich mein lange gehütetes Baumwollvlies von Hobbs hier verarbeiten.

Dienstag, 15. Februar 2011

Geburtstagskarten Januar-Februar

In unserer Patchworkgruppe SaumSe(e)ligen haben wir einen Geburtstagstausch ins Leben gerufen. Das hier sind meine Karten an die Geburtstagskinder im Januar und Februar.

Für diese Kartenhintergründe habe ich S80 Postkartenvlies mit EMO Sun Mix bemalt und Blumen mit Hilfe von Vlisofix draufgebügelt.
Einige andere Näharbeiten sind auch fertig geworden, haben aber noch einen geheimen Charakter...