Sonntag, 29. Mai 2011

Sunprinting auf Keilrahmen - II Experiment



Da mein erster Versuch nun gar nicht mehr gefiel, hatte ich eine neue Idee. Die Keilrahmen sind doch nur von einer Seite grundiert. Innen im Rahmen müßte alles prima klappen. Zuerst strich ich die Sichtbaren Holzteile weiss und die Rückseite des Rahmens mit EMO Sun Mix hellgrün an. und

legte Blätter drauf und liess die Farbe trocken werden. Danach entfernte ich das Blatt in der Mitte. Vorsicht, wer in der Sonne trocknet, soll dran denken, dass die hohen Rahmenwände Schatten auf das Bild werfen. ich habe nicht direkt im Sonnenlicht getrocknet und hatte keine Probleme.

Jetzt strich ich mit einem etwas kräftigeren Grünton drüber und belegte die Fläche erneut.
Nach dem Trocknen nahm ich wieder ein Teil der Blätter ab.

Als letzte Schicht trug ich kräftiges Blaugrün auf und belegte fast alles mit Blättern.

Nach der Trocknung nahm ich alle Blätter ab. Sieht doch schon viel besser aus.


Der Rahmen wartet auf dem Kaminsims auf eine Gestaltungsidee für den weißen Rand. Die eigentliche richtige Seite ist nun die Rückseite und dank der Grundierung komplett weiß geblieben. Alternativ könnte ich den Rahmen mit einer Lichtquelle von der bemalten Seite anleuchten und die Muster würden durch den Leinen schimmern. Das stelle ich sehr stimmungsvoll vor. Auch eine zusätzliche dreidimensionale Gestaltung wäre durch die Rahmentiefe möglich.

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Freitag, 27. Mai 2011

Sunprinting auf Keilrahmen - I Experiment

Neulich wurde ich gefragt, ob Sunprinting auf Keilrahmen funktioniert. Das mußte ich ausprobieren. Da der Stoff auf Keilrahmen grundiert ist, saugt er die Farbe nicht auf und der Prozess findet nur auf der Oberfläche statt. Zuerst strich ich die Leinwand mit ungefärbter EMO Sun Mix Emulsion um ein aquarelliges, verwaschenes Aussehen zu bekommen. Dann malte ich mit Pigmenten eingefärbter Emulsion drüber.Auf die nasse Farbschicht kamen diese Blätter und etwas Salz. Dann durfte das Ganze gründlich trocknen. Die Blätter klebten auf der Oberfläche fest. Ich habe sie unter fließendem Wasser mit einer Bürste vorsichtig entfernt, das Salz weggespült. Die Farbe ist dabei nicht abgegangen. Feine, filigrane Linien kamen zum Vorschein. Das Salz hat auch gewirkt. Das Ergebnis ist anders als auf Baumwollstoff. Sunprinting ist sicherlich eine neue Möglichkeit, Keilrahmen zu gestalten.
Mir fehlte auf dem Probebild noch etwas. Ich habe Angelina-Fasern aufgebügelt, 2 Inchies, Perlen und Steine mit der Heißklebepistole angebracht. Am Ende gefiel mir die Komposition weder farblich noch gestalterisch. Das ist aber nebensächlich. Wir wissen jetzt, dass Sunprinting auf Keilrahmen prinzipiell möglich ist.
Mein Kompost... äh, meine Komposition. Ist sie nicht schön? Ja, sie ist nicht schön ;-)

Sonntag, 22. Mai 2011

Ideales Färbewetter

Baumwolle gefärbt mit EMO Flüssige Textilfarbe

Volle Sonne, warm, ideales Wetter zum Baumwolle färben.
Meine Stoffe müssen noch ein paar Stunden in der Sonne liegen, Garne sind teilweise fertig.

Dieses Multicolor-Garn ist microwellenfixiert, schöne satte Farben.

Es ist nicht mehr lange bis

zum Spinnfest in Wahlsdorf 4.-5.6.2011

und bis zur textile art berlin
18.-19.6.2011, da bin ich im wieder Raum 135, am Stand 69 zu finden, vielleicht sehen wir uns wieder?

Donnerstag, 19. Mai 2011

Neuer Stoff


Letzte Woche hatte ich 8 Termine an einem Tag hintereinander und war den ganzen Tag unterwegs. Um mich für die Strapatzen zu belohnen habe ich auf dem Heimweg einen Handarbeitsladen aufgesucht, der auch Patchworkstoffe führt.

Ich wurde vom Mann der Inhaberin bedient und nicht gerade freundlich. Ich habe eingangs gesagt, ich hätte gern cremefarbenen Baumwollstoff. Baumwollstoff haben wir nicht, antwortete der Herr prompt. Ich zeigte fassungslos auf die ca. 70 sichtbaren Ballen im Regal. Das wären Patchworkstoffe, hat er mich belehrt. Es war ihm fast zu viel, 3 Ballen meinetwegen zu öffnen und etwas davon abzuschneiden - es wären schließlich alles neue Stoffe! Dann habe ich noch von 2 bereits geöffneten Ballen etwas gekauft, und ein paar schöne naturfarbene Bändchen dazu.

Im Laden saß noch eine ältere Dame, die mich mit Adlersaugen beobachtete, als ob ich ein international gesuchter Trickdieb wäre. Das lag vielleicht an meinem ausländischen Akzent? Die Stoffe waren aber so schön, dass ich die schlechte Behandlung in Kauf genommen habe. Als ein hübsches Sümmchen zusammen kam, wurde der Herr etwas netter.

Aus den Stoffen mache nähe ich vielleicht eine Sommertasche, um dieses traumatische Kauferlebnis zu verarbeiten ;-) Nachhinein habe ich dann von einer Quiltfreundin gehört, dass sie dort ähnlich eigenwillig bedient wurde. Da kann ich ja beruhigt sein - gleiche Behandlung für alle. Und kaufe das nächste mal wieder in einem online-shop? Stoffkauf soll schließlich Spaß machen.

Ich würde aber gern auch lokal einkaufen, es kann doch nicht sein, dass alle kleinen Läden mit der Zeit verschwinden. Es ist immer schön, den Stoff "live" zu sehen und zu fühlen, passende Stoffe nebeneinander zu legen und vorzustellen, was ich daraus nähen könnte. Das ist im internet nur begrenzt möglich.