Freitag, 30. Oktober 2015

Zum Reformationstag - der Lutherweg in Weida 11.10.15

Osterburg Weida
Kurzweilig und doch wissenschaftlich durch Martin Luther's Leben führte uns als fliegender Buchhändler PD Dr. Stefan Michel  durch Weida.

 
An 6 Stationen haben wir viel über den Reformator erfahren.
An der ersten Station hinter der Burg ging es um Ablasshandel und Luther's Schriften, zu jener Zeit teilweise noch verboten.
Der Burghof stellte Wartburg dar, als Luther als Junker Jörg dort das Neue Testament übersetzte.
Am ehemaligen Nonnekloster hatten die Nonnen das Wort.
  Luther soll auf der Rückreise aus Coburg am 7.10.1530 in Weida gepredigt haben.
Nochmal alle Kurfürsten, der Kaiser, Nonnen und Martin Luther zusammen mit dem fliegenden Buchhändler.
Anschließend ging es in die Stadtkirche St. Marien zum Festgottesdienst mit Landesbischöfin Ilse Junkermann.
 Mehr über den Lutherweg hier

Dienstag, 13. Oktober 2015

On the Go



Ich wußte gar nicht, dass so ein Häkeltäschchen, wie meine Oma es in verschiedenen Ausführungen hatte, jetzt Crochet on the go-bag heißt. 
Meine Oma Ester, portraitiert 1977 von Anja Nyman, leider ohne Täschchen

Meine eigene Tasche habe ich frei nach Erinnerung an Omas Täschchen genäht, die moderne Version der Tasche in der o.g.  Anleitung hat noch eine große Außentasche. Der Oma war, und auch mir ist wichtig, dass das Garn gut aus der Tasche gleiten kann. Deshalb ist die Innenseite synthetisch, z.B. aus Futterseide. Diese Tasche kann man praktischerweise über die Armlehne oder um den Unterarm hängen und damit von Raum zu Raum mit dem Strick-/Häkelzeug wandern. Ich selbst neige trotzdem noch dazu, angefangene Socken in allen Zimmern zu deponieren, damit ich überall stricken kann.
Schon länger wollte ich über ein wunderbares Buch über ostfinnische Stricktradition berichten. Kam aber nicht dazu, bis der Begriff "on the go " mich wieder daran erinnerte. 
 
In dem Buch Sukupolvien silmukat ( "Maschen der Generationen" ) von Pia Ketola, Eija Bukowski, Leena Kokko, Anne Bäcklund und Sari Suuronen, Verlag Maahenki 2014, geht es um Fäustlinge, Handschuhe und Strümpfe, deren Ursprung in dem Krieg verlorenen Karelien liegt. Die Modelle sind nach Museumsfunden nachgearbeitet und die Anleitungen auf moderne Garne umgeschrieben. Sie stammen aus der Zeit von ca. 1700-1940. 
Die Blauen sind aus Kivennapa, Geburtsort meiner Mutter

Aber warum die Überschrift "on the go"? In dem Buch hat mir die Information sehr angetan, dass früher eine gute Hausfrau beim Laufen stricken können sollte. Praktisch also auf dem Weg zum Melken, auf der Weide, in der Zeit als der Bauer seine Sense geschärft hat und so weiter. Jede freie Minute wurde so zur Strickzeit. Schon 10jährige Kinder konnten komplizierte Muster stricken. Einerseits war es ein Zusatzeinkommen, die Strümpfe und Fäustlinge wurden auf dem Markt verkauft, anderseits gab es viele Traditionen um die Eheschliessung und Aussteuer.

Meine Familie stammt aus Karelien, vielleicht steckt das allgegenwärtige Stricken einfach in unseren Genen? Ich werde mir ein Paar Handschuhe aus dem Buch stricken, die Tradition verpflichtet. On the go.

Montag, 5. Oktober 2015

21. Carrefour Européen du Patchwork

Ste.-Marie-aux-Mines
und das schöne Silbertal sind jetzt schon Schnee vom Gestern. Da die Fereinwohnung WLAN-frei war (ja - so etwas gibt's noch) konnte ich vor Ort nicht bloggen und wieder zu Hause kam ich auch nicht gleich dazu.
Toller Ausblick - kein WLAN

Ich habe mich sehr gefreut, dass Gudrun und Katrin mit mir gefahren sind. Leztes Jahr war ich allein in den Ausstellungen unterwegs. Man trifft zwar immer mal auf Bekannte, aber es macht so viel mehr Spaß, alles zusammen anzuschauen und die Eindrücke zu teilen. 

Auf dem Hinweg haben wir die Ausstellung 6. Europäische Quilt-Triennale in Heidelberg besucht. Sie lag auf dem Weg, leider durfte man dort keine Fotos machen. Daher empfehle ich den umfassenden Bericht von Gudrun Heinz. 

Wir haben in Silbertal alle 22 Ausstellungen geschafft. Am ersten Tag als wir in Liepvre kurz vorm Ausstellungsschluß die Festivalbändchen holten, fielen uns gleich die farbenfrohen Quilts von Barbara Lange auf. Die Ausstellung haben wir dann auch noch mal am letzten Tag uns angeschaut - und sie hatte nichts von ihrem Zauber verloren, auch wenn unsere Augen satt von den vielen Quilts waren.
 
Ausstellung von Barbara Lange

Am Donnerstag hat es geregnet. Die Schirme an den Eingängen zu den Ausstellungen bildeten spontane bunte Installationen.
Einen absoluten Lieblingsquilt kann ich diesmal gar nicht benennen, es waren so viele wunderschöne Arbeiten da. Diesen mochte ich sehr, schon wegen der Farben.
Leanne M. Chahley - Breathe

Sehr gut gefielen mir auch

die Ausstellung von Michèle Samter:

Michele Samter
 die gesamte Wettbewerbs-Ausstellung Reflektion, nicht nur der Siegerquilt,
Kathryn Harmer Fox - A Life lived in Ink


Sehr beeindruckend fand ich die Arbeiten von Genevieve Attinger.

Einen Bericht aus Silbertal - ebenfalls von Gudrun Heinz - mit vielen Fotos findet Ihr hier

Einen Vormittag haben wir in Ribeauvillè gebummelt, damit zur Abwechslung wir etwas Anderes als Quilts sehen. Wie z.B. Stoffe und Kurzwaren... Und am letzten Abend, nach den Ausstellungen, verbrachten wir bestimmt 1,5 h bei Tissus Mondial Colmar.
Handarbeitsladen Anne Picot, Ribeauville   
Stoffe wühlen @Beauvillé

Lecker vom Bäcker gegessen

Munsterstullen
Die beste Baiserhaube auf Rhabarber in Ste. Croix





 

So, ich muss wieder lange von dieser wunderschönen Reise zehren.
 
Die kleine Zicke wäre immer bereit auf neue Abenteuer.


Freitag, 2. Oktober 2015

Reudnitz mon Amour - Mein Quilt für die Ausstellung AugenBlicke

Reudnitz mon Amour. Helena Geitel 2015
Als meine Tochter 2013 einen Studienplatz in Leipzig bekam, zog sie in das zentrumsnahe Stadtteil Reudnitz. Reudnitz hat nicht den besten Ruf, aber irgendwas faszinierte mich dort von Anfang an. Einerseits war es die melancholische, graue Stimmung, anderseits die Lebendigkeit an der Haltestelle Koehlerstraße und um den großen Supermarkt herum. Kurze Wege, alles Wesentliche ist da, viele Spuren des Lebens.
Reudnitz mon amour. Detail. Helena Geitel 2015
Als ich von der Ausschreibung AugenBlicke 2015 von der Patchworkgilde anläßlich 100 Jahre Leipzig erfuhr, wusste ich sofort, dass ich einen AugenBlick in Reudnitz festhalten will, den düsteren Charme, das viele Grüne, den Blick vom Täubchenweg auf den Uniturm, die Hundewiese im Lene-Voigt-Park. 2015 stehen Kräne in den Baulücken zwischen Dresdner Straße und Täubchenweg, neue Reihenhäuser entstehen. Das Gesicht von Reudnitz ändert sich langsam. 

So entstand im Frühjahr meine textile Liebeserklärung an 04317 Leipzig – Reudnitz mon Amour. Reudnitz erinnert mich irgendwie an meine erste eigene Wohnlage in Helsinki vor 30 Jahren. Hinter der rauen Fassade gibt es einen herzlichen Kern. Die Fotos wurden aufgenommen, als der Quilt noch nicht ganz fertig war. Danach kamen noch kleine Änderungen. Ich war sehr glücklich, als ich im Juni erfuhr, dass mein Quilt zu der Ausstellung angenommen wurde. Somit kann ich diesen Augenblick mit euch teilen.

Die Ausstellung AugenBlicke zu 1000 Jahre Leipzig 
ist am kommenden Wochenende 2.-4.10.2015 zu sehen
Neue Messe Lepzig, modell, hobby, spiel, 
Halle 2, Stand 31 
Patchwork Gilde Deutschland e.V.

Vielleicht treffen wir uns am Samstag oder Sonntag dort?

Diese Ausstellung wird übrigens im April 2016 auch auf PPM Prag  gezeigt.
 

P.S.
Als ich im Mai mit dem Quilt fast fertig war, entdeckte ich noch in dem Blog DDR - dunkel,dreckig, reudnitz  diesen Kurz-Film Reudnitz Beauty 

Ich war hin und weg. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters ;-)