Als ich 1988 in die DDR kam, gab es keine Plastikbeuteln in den Kaufhallen. In Kapitalismus aufgewachsen war ich auf so etwas nicht vorbereitet, aber es hat nicht lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich selbst einen Stoffbeutel zum Einkaufen mitnehmen muss. Ein paar Freundinnen aus der alten Heimat, die mich in der ersten Zeit besuchten, nahmen es als persönliche Beleidigung, dass die Kassiererinnen ihnen partout keinen Plastikbeutel aushändigen wollten. Sie konnten gar nicht glauben, dass es einfach keine gab.
Kurz danach hießen die Kaufhallen Supermärkte, es gab Plastiktüten und die Einkaufswelt schien in Ordnung zu sein. Es gab auch wesentlich mehr zu kaufen. Sinnlos wurde alles wieder in diese Tüten gestopft und die wenigsten nahmen ihre eigenen Beutel mit zum Shoppen. Wir genossen den neuen Lifestyle in vollen Zügen. Plastiktüten waren ein fester Bestandteil davon.
Für meinen RR-Wanderstoff ( Anke berichtete ) fiel mir auf Anhieb keine Idee ein. Ich wollte am liebsten etwas Sinnvolles daraus nähen - Etwas, was ich, wenn möglich, täglich nutzen könnte. Dann kam die Eingebung. Die Schriften erinnern mich optisch irgendwie an die 89'er Demoplakaten, die gesamte Stoff-Gestaltung mit ihren Farben und Formen an die späten Achzigerjahre in der (Umwelt)zone.
So habe ich beschlossen, aus meinem Wanderstoff zwei nachhaltige Stoffbeutel für mich zu nähen. Ich demonstriere mit diesen Stofftaschen gegen Verschwendung der Rohstoffe, gegen Umweltverschmutzung und für den Erhalt der Natur. Thematisch passen die Ginkoblätter auch wunderbar dazu.
Mehr über dieses Thema z.B. hier, hier und hier,
Anleitungen für Einkaufstaschen
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