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Montag, 10. März 2008

Es lebe der Internationale Frauentag!

Wie der Zufall es so wollte, hatte ich am letzten Sonnabend einen ganzen Tag 
nur für mich allein zur Verfügung. Ich war in Frankfurt a.M., hatte keine 
konkreten Pläne und bin einfach nach dem Frühstück mit der S-Bahn losgefahren. Ich kenne Frankfurt überhaupt nicht, war bisher kaum weiter als auf die Messe gekommen. 


Ich stieg spontan in Sachsenhausen aus und bummelte bei bestem Wetter in 
Richtung Stadmitte. An vielen kleinen Boutiques, an dem Affentorplatz, dem
Vormittag ausgstorbene Äbbelwoiviertel ging ich vorbei.



Auf der Alten Brücke sah ich eine Werbebanderolle "Impressionistinnen in der Schirn Kunsthalle" 
und hatte sofort ein Ziel, wußte aber nicht, wo genau die Kunsthalle liegt und bummelte weiter durch das chice Galerievietel um den Dom.




Plötzlich zwischen den vielen Galerien entdeckte ich affentor , den shop kannte ich aus dem Internet und bin neugierig reingegangen. Affentor ist aus einem Projekt für 
arbeitslose Frauen entstanden, sie nähen Taschen und Accessoires aus gebrauchten Textilien. 
Da ich das Konzept und die Produkte genial finde, habe ich mir ein kleines Täschchen 
als Andenken gekauft. Die Form ist clever, der Stoff war vielleicht mal eine Tischdecke 
aus der Provence.  Mir gefällt
 der Recyclinggedanke, aus alten Materialien neues zu Gestalten, 
ich verwende selbst oft gebrauchten oder alten Stoff.



Leider wußte die Verkäuferin auch nicht, wie ich zur Kunsthalle komme und so lief ich einfach die Straße weiter. Im Museum für Moderne Kunst  habe ich mich danach erkundigt und war auch nicht mehr weit entfernt. 
Ich hatte gleich zweifach Glück: zum Frauentag war der Eintritt für Frauen ermäßigt 
und ich konnte  sofort an einer Führung teilnehmen.


Die Ausstellung zeigte über 150 Werke von 4 Künstlerinnen: Berthe Morisot, Mary 
Cassat, Marie Bracquemond und Eva Gonzales. 4 unterschiedliche Frauen, die alle gegen 
Hürden und Vorurteile in der von Männern dominierten Pariser Künstlerszene kämpfen 
mußten.  Frauen konnten damals z.B. nicht offiziell Kunst studieren und Privatlehrer nahmen 
doppeltes Honorar, wenn sie Frauen unterrichteten.  Ein Heirat bedeutete fast immer 
Aufgabe der eigenen  (Künstler)karriere.


Nach dem Rundgang habe ich noch etwas Tolles entdeckt, ein offenes Atelier! Dort saß ein Modell vor einer Kulisse und jeder konnte selbst versuchen, ein Bild mit Acrylfarben oder Pastellkreide zu malen. Ich habe eine Staffelei und Zubehör bekommen und konnte sofort loslegen.


   
                                               Foto: Ini
Das Modell hat sich, nachdem ich alles skizziert hatte, anders herum gesetzt, aber da ich
sowieso nicht gerade detailgetreu malte, war es nicht so tragisch. Es hat Spaß gemacht, 
mit Acrylfarben habe ich noch nie gearbeitet. 
Als die junge Frau Pause hatte, habe ich auch 
noch den Blumenstrauß gemalt. Nach dem Malen bin ich noch mit einer 
anderen Frau aus dem Atelier runter ins Cafe gegangen und mich kurz mit ihr nett unterhalten, bevor ich meine Entdeckungstour in der City fortsetzte.

Aus der Kunsthalle fiel ich praktisch auf dem Römer raus. Es war frühlingshaft warm, viele
Leute saßen im Freien und bummelten durch die Straßen. Mandelbäume (Oder Zierkirschen?) haben geblüht. Ich schaute in ein paar Buchläden herein, lief weiter Richtung Zeil.


Dort war es noch voller und unruhiger: Eine Demonstration zog gerade durch die Fußgängerzone. Ich rettete mich in ein Schuhgeschäft bis das Schlimmste vorbei war. Ich wollte nur noch schnell in die Stoffabteilung von Karstadt. Dort verweilte ich bestimmt 
eine ganze Stunde. 
Ich versuche ja, möglichst keinen neuen Stoff zu kaufen, aber 
es gibt 
immer Ausnahmen... Warum sollte ich ausgerechnet am Frauentag darauf verzichten?

Ich sammele grüne Stoffstreifen und entdeckte bei den ermäßigten Patchworkstoffen einige 
grüne Stoffe, die ich noch 
nicht hatte. Und dann bei den Bekleidungsstoffen gab es einen 
interessant strukturierten Stoff, der wie Patchwork  
aufgebaut war. Den gab es leider nicht 
in meiner Wunschfarbe, aber ich werde versuchen, ihn zu Färben. Wie allerdings 
die 
Steppnähte 
sich beim Färben verhalten, kann ich noch nicht sagen, aber einen Versuch ist es wert - 
der Stoff war nicht teuer.

  

Dann wurde ich doch  langsam müde und bin wieder zurückgefahren. Eigentlich wollte ich noch eine Kleinigkeit essen gehen, statt dessen habe ich es mir gemütlich gemacht und etwas an einem Crazy Herz  gestickt bis meine Freunde nach Hause kamen.

...noch nicht ganz fertig...
Es war ein toller Frauentag in Frankfurt! Es muss nicht unbedingt Paris, Berlin oder Budapest sein... und vor allem, es macht Spaß, sich einfach überraschen zu lassen, was ein Tag mit sich bringt.
Wann kann frau das schon machen?