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Wer bin ich?
Nein, keine Identitätskrise. Meine Heilpraktikerin, sie ist halb Finnin halb Deutsche, fragte mich letztens, ob auch ich manchmal nicht wüßte, wozu ich gehöre. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht.
Natürlich bin ich Finnin und noch genauer eine Karelierin. Die Definition ist mir wichtig - auch in Finnland gibt es verschiedene Völker in verschiedenen Gegenden. Aber nach Finnland habe ich keinen Heimweh. Klar reise ich gern dorthin, aber nach 25 Jahren fühle
ich mich auch als Thüringer.
Egal aus welcher
Himmelsrichtung kommend mache ich Freudensprünge an der Thüringer
Landesgrenze. Das gute Gefühl, wieder zu Hause zu sein, ist da. In
Weida angekommen sehe ich dann den Turm der Osterburg und frage mich
immer gedanklich "wo ist es am schönsten?" und bin zufrieden, gerade hier zuhause zu
sein.
Neuerdings haben wir ein Internetradio. Manchmal höre ich finnische Tangos und schwelge in Melancholie - ein durchaus typisch finnischer Seelenzustand.
Unabhängig von der geographischen Lage waren meine Handarbeiten schon immer ein wichtiger Bestandteil meiner Identität. Die Identität ist überhaupt wie eine bunte Patchworkdecke, ein reiner Wholecloth ist auch da recht selten. Die Harmonie besteht aus verschiedenen Flicken in unterschiedlichen Anteilen. Und die gequilteten Stepplinien halten alles fest zusammen.
In Finnland wird übrigens 2013 das Jahr der Handarbeit gefeiert, es gibt viel Interessantes und sogar einen Kurzfilmwettbewerb dazu. Was wiederum ein Grund wäre, doch etwas Heimweh nach Finnland zu haben.
2 Kommentare:
Das hast du schön geschrieben, liebe Helena!!
Liebe Helena,
was eine Entrümpelung alles auslösen kann, Deine Gedanken zur Identität sind interessant, es ist ja so, dass wir soviele Identitäten sind - Kind, Mutter, Frau. Die Nationalität ist eine große Schublade - ich sehe es ja von Vorteil über den Tellerrand hinausgucken zu können.
Dein Loop ist übrigens sowas von schön :) Den sehe ich sicherlich nächste Woche?
Viele liebe Grüße
Anke
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